Eine NICHT-langweilige Bibelstudie

Wenn du ein Prophet bist, dann scheint eine Bibelstudie das Langweiligste im christlichen Leben zu sein. Bist du jedoch mehr ein Lehrer, dann fragst du dich vielleicht manchmal ob du der Einzige bist, der eine Leidenschaft für das Wort Gottes hat.

Doch warte mal! Du kannst ins Wort gehen und mit deiner Hauskirche oder deinem Anbetungsteam eine kleine Studie machen die prophetisch, praktisch UND begeisternd ist!

Nimm ein kurze Geschichte aus der Bibel. Sagen wir zum Beispiel die Geschichte aus Mt 20,29-34 wo Jesus an den zwei Blinden vorbeigeht und sie zu ihm schreien: "Habe Erbarmen mit uns oh Herr, du Sohn Davids!"

Dies ist eine sehr kurze Geschichte von nur fünf Versen und sie ist für eine Bibelstudie absolut perfekt.

Lass mich dir nun zeigen, wie du das angehen kannst:

Lies zunächst den Text für dich durch, so dass du weisst, worum es in der Geschichte geht. Leg dich NICHT auf eine Richtung fest, in die du gehen willst oder auf das, was du aus dem Text herausstreichen willst.

Wenn ihr nun in der Gruppe zusammen kommt, dann händige jedem Teilnehmer eine Kopie des Bibeltextes aus und bitte den Herrn, das Treffen zu leiten. Fange an indem du den ersten Vers vorliest.

Also fangen wir an mit dem Vers 29: "Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge."

Gut, bis hierhin ging alles ziemlich einfach. Aber jetzt kommt der Schlüssel: Wendet jeden Vers in der jetztigen Situation an und erlaubt dem Heiligen Geist zu euch zu sprechen. Frage, was die Teilnehmer sehen und welche Offenbarung sie bekommen.

"Hmm, offensichtlich folgten viele Leute Jesus nach. Sie mussten gemerkt haben, dass er kein normaler Mann war", sagt Daniel.

Lauren fügt hinzu: "Ja. Und er zog aus um zu reisen."

Das ist sehr gut. Sehen wir, wie es weiter geht(V. 30):"Und siehe, zwei Blinde, die am Wege saßen, als sie hörten, daß Jesus vorübergehe, schrien und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!"

Robert hat bekommt diesen speziellen Ausdruck in seinem Gesicht und er sagt: "Nun, um ehrlich zu sein fühle ich mich in letzter Zeit so, wie diese zwei Männer. Es fühlt sich so an, als würde Jesus einfach an mir vorbei gehen und alles, was ich tun kann ist nach Erbarmen zu schreien. Aber ich kann ihn nicht sehen!"

Justin: "Ich finde es interessant, dass sie ihn als Herr anerkennen, obschon sie diejenigen sind, die nicht sehen können und von allen anderen 'Nachfolgern' abgelehnt werden."

"OK, sehen wir mal, was als Nächstes geschieht" (V. 31): "Die Volksmenge aber bedrohte sie, daß sie schweigen sollten. Sie aber schrieen noch mehr und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!"

"Oh nein!", sagt Daniel: "Der Heilige Geist erinnert mich gerade an die Situation, in der ich kürzlich einen Bruder so hart zurechtgewiesen habe. Er beklagte sich die ganze Zeit und ich konnte seine Worte nicht mehr ertragen. Also bin ich etwas ausgerastet und sagte ihm, er solle ruhig sein. Aber ich tat es in Bitterkeit und Wut. Ich brauche wirklich die Vergebung des Herrn!"

"Du kannst gerne beten ... wir werden nachher weiterfahren"

"Lesen wir den nächsten Vers" (V. 32): "Und Jesus blieb stehen und rief sie und sprach: Was wollt ihr, daß ich euch tun soll?"

Nun kann Daniel sich nicht mehr zurückhalten und es ist klar, dass der Herr wirklich etwas in seinem Herzen tut: "Ich sehe hier, wie Jesus seine Pläne für diese beiden 'unwichtigen' Männer geändert hat. Er unterbrach seine Reise und gab ihnen die Aufmerksamkeit, auch wenn alle anderen sie ablehnten. Wie reagieren wir, wenn wir unsere Pläne gemacht haben und dann jemand mit einer Not zu uns kommt?"

Während Lauren zwar nichts sagt, doch sanft mit dem Kopf nickt, fügt Robert hinzu: "Ich bin einfach erstaunt, dass Jesus sie fragte, was sie von ihm möchten. Er hat sie nicht nur etwas oberflächlich beachtet, sondern er gab ihnen seine volle Aufmerksamkeit."

"Ja, das ist genial. Nun kann jemand den nächsten Vers lesen." (V. 33): "Sie sagen zu ihm: Herr, daß unsere Augen aufgetan werden."

An dieser Stelle hat Justin eine Offenbarung: "Ich merke gerade", sagt er "dass wir unseren Glaube durch Worte ausdrücken müssen, auch wenn Jesus bereits weiss, was in unseren Herzen ist. Wir können nicht nur denken, was wir gerne möchten, sondern wir müssen es aussprechen.".

"Genau, schauen wir uns noch an, wie Jesus im letzten Vers darauf reagiert hat" (V34): "Jesus aber, innerlich bewegt, rührte ihre Augen an; und alsbald wurden ihre Augen sehend, und sie folgten ihm nach."

Robert, der in seinen Gedanken immer noch etwas bei Vers 33 ist, sagt: "Nun weiss ich, was ich tun muss! Ich muss den Herrn für die Zweifel in meinem Herzen um Vergebung bitten. Ich wartete immer darauf, dass er etwas tun würde und es ist nicht passiert!"

Lauren und Daniel sind berührt über das Mitgefühl, das Jesus hier zeigt.

Als Leiter kannst du nun alles zusammenbringen und damit abschliessen, dass jeder in einem kurzen Gebet das ausdrücken kann, was er durch das Wort empfangen hat...

Das Wichtigste ist, dass du die Botschaft des Herrn herausbringst, die er HEUTE geben wollte. Du könntest dieselbe Bibelstelle für ein anderes Bibelstudium gebrauchen und der Herr würde jedes Mal etwas anderes betonen. Wieso? Weil du den Herrn gebeten hast durch sein Wort zu reden und es lebendig zu machen. Es ist wie ein prophetisches Wort, das Überführung oder Ermutigung in dein Leben bringt. Das geschriebene Wort wird zum Rhemawort, das lebendig ist.

Du wirst eine wunderbare Zeit im Wort Gottes haben! Du wirst neue Offenbarung empfangen und sicherlich wirst du einige der Schriftstelle nie mehr vergessen, die ihr zusammen studiert habt, denn das Wort wird in dir für immer lebendig bleiben!

Sei gesegnet!